27 April 2008

frische waffel?


Der Dorfbub macht Pause. Raucherpause? Oder müssen wir uns auf eine längere blogophile Durststrecke einstellen? Und wer regelt eigentlich die diplomatischen Obliegenheiten in Uribistan? Existenzielle Fragen in einer Sphäre, die scheinbar um das Überleben kämpft. Von Feinden umgeben, gibt es nur noch wenige, die ihre langsam verglimmenden trüben Funzeln trotzig in die Höhe recken und den glorreichen Kampf gegen das letzte Aufbäumen des Egos mit rostigen Lichtschwertern gnadenlos durchziehen.
Aber Ahriman schläft nicht. Mit vielen Namen versehen, wie weiland Rumpel, nur ohne Stil, hüpft er durch die Kommentarseiten von Zeit, Wiwo und wie sie alle heißen und zeigt der Welt, wo die Wahrheit zu finden ist. Und dann verlinkt er auf seinen eklig-widerlichen Lügenblog, was das Zeug hält, damit alle Welt erfährt: Scheißegal, ob überall in der Welt alles den Bach runtergeht, schuld sind sowieso nur die Anthroposophen. Horrido. So schön könnte es auf der Welt zugehen, gäbe es diese Anthros nicht. Irgendwie muss dieser Anonymus einen an der Waffel haben.

20 April 2008

beautiful new world

Die taz berichtet auf Ihrer Wahrheits-Seite über Zukunftsaussichten:
"Geld wird nichts kosten - Alles über die schöne neue Zukunft. Die größten Errungenschaften der Welt von morgen."
Ein Beispiel: ­ "Beim Sterbevorgang wird jeder Mensch seine Art der Reinkarnation frei wählen können. Viele Beamte werden sich als Beamte wiedergebären lassen und erst mit jahrelanger Verzögerung auf die Welt kommen."
Oder dieses: "
Im modernen Hightec-Spiegel von morgen wird jeder so aussehen, wie er sich selber sieht."
Ich stelle mir gerade vor, wie ein Anthroposoph vor dem Spiegel steht: "Hey Rudi!"
Für manchen vielleicht nicht gerade die angenehmste Aussicht. Bis es soweit ist wird aber noch eine Menge heiße Luft erhitzt oder Wasser den Bach heruntertröpfeln.

07 April 2008

kotztüte der woche

Klaus M. aus Kiel schreibt einen Kommentar zu einem Nachruf in der die JF: "Seine U-Boot-Kameraden starben für Deutschland." Die Rede ist von dem letzten U-Boot-Kommandanten der Reichsmarine, Hans Georg Heß. Ein zweiter Schreiber beklagt, dass der Heimgang des Ritterkreuzträgers nicht in den Nachrichten erwähnt wird. "Schande." Sagt er.
Warum also nicht einmal eine Minute bei diesem Hans Georg Heß verweilen? Was war das mit dem NDR damals? Der hatte vor einigen Jahren im Hinblick auf eine, für den ehemaligen Geschäftsführer einer Industrie und Handelskammer und einen Rechtsanwalt, eher unappetitliche Sache von einem "Mord" an einem Deserteur berichtet, der nach der Kapitulation in einem Internierungslager passiert sei. Dort sei ein Soldat einem "Fememord" zum Opfer gefallen, weil er sich unerlaubt von der internierten Truppe entfernt hätte. In der Darstellung des Herrn Kommandanten sah das ganz anders aus: Der Soldat sei unter Arrest gewesen und bei einem Ausbruchsversuch in Notwehr erschossen worden. Wow. Das lese ich in der Ostpeußenpost. Erhellenderes ist leider nirgendwo zu finden. Aber man stelle sich das vor: Der Krieg ist zu Ende. Soldaten werden gefangengenommen und sperren einen Kameraden ein, weil er sich davongemacht hatte und sich eine norwegische Freundin angelacht hatte. Als er abhauen will, wird er erschossen. Tja, wenn es dem Endsieg dient. Unser lieber Verstorbener, der Kommandant und Ritterkreuzträgen, hätte dann seinerzeit darum gebeten, dass man darüber nicht so laut sprechen möge, denn desertieren ist ja immer irgendwie peinlich. Zumal wenn der Krieg zu Ende ist. Sowas gehört sich doch nicht. Der jungen Freiheit gebührt für den Nachruf über den Ritterkreuzträger Heß die Kotztüte der Woche.